Sana Blaubuch

2000 1994 2005 2010 U t z K a p p e r t / r u t h s t r a s s e r 2 0 11 27 Die Aortenklappenste- nose ist der häufigste Herzklappenfehler bei Älteren. Durch die Verkalkung des Klappengewebes verliert die Aortenklap- pe an Elastizität. Das Blut staut sich in der linken Herzkammer, die verstärkt arbeiten muss, um das Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Allmählich wird dadurch der Herzmus- kel stark geschwächt und der allgemeine Gesundheitszustand verschlechtert sich. Aortenklappenstenosen entstehen altersbedingt durch Kalziumablagerun- gen oder als Folge von Strahlenbehandlungen, rheumatischem Fieber und erhöhten Choleste- rinwerten. fig.: Verkalkung (unten) bewirkt eine permanen- te Durchlässigkeit zur Herzkammer. Kraftakt fürs Herz Die Verkalkung der Herzklappe «Einige meiner Patienten waren vor dem Eingriff so matt, dass sie nicht mehr aus dem Bett kamen und kaum mehr essen konnten. » Univ.-Prof. Dr. Ruth Strasser Ärztliche Direktorin und Direktorin der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie Herzzentrum Dresden Universitätsklinik an der Technischen Universität Dresden gehen sie jeden Tag spazieren und berichten, dass sie sich 20 Jahre jünger fühlen. » Für jeden Patienten ist das minimalinvasive Verfahren allerdings nicht geeignet. Deshalb berät sich die Kardiologin nach intensiven Vorunter- suchungen und Patientengesprächen in jedem Einzelfall mit ihren Kollegen aus der Herzchirurgie. Wenn etwa auch der Aortenbogen stark verkalkt ist, empfiehlt sich eher ein Eingriff, bei dem der Katheter nicht über die Körper- schlagader, sondern über eine kleine Öffnung an der linken Brustseite von der Herzspitze aus zur Aortenklappe geführt wird. Diese Operation führen Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam durch. «Sensibilität und Fingerspitzengefühl sind bei der Operation unverzicht- bar », unterstreicht Prof. Dr. Klaus Matschke, Direktor der Klinik für Herz- chirurgie am Herzzentrum Dresden. «Und der Heilungserfolg hängt maß- geblich davon ab, dass die Entscheidung für die Operation sorgfältig abge- wogen wird», ergänzt PD Dr. med. Utz Kappert, Leitender Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie. «Wir vertreten den Eingriff nur, wenn der Patient hoch motiviert ist. Der Lebenswille muss deutlich ausgeprägt sein. » «Herzoperationen bei betagten Patienten» fig.: Die Zahl der Eingriffe am Herzen bei über 70-Jährigen hat sich seit 1994 verdoppelt und bei über 80-Jährigen sogar verfünffacht. Herzoperationen bei 70-Jährigen und älter Herzoperationen bei 80-Jährigen und älter 38,2% 4,5% 24,9% 2,3% 45,2% 8,4% 11,9% 52,2%

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