Manchmal sind es die kaum bekannten, unscheinbaren Organe, die dem Patienten Kummer bereiten. Oder einfach unbemerkt gefährlich werden wie bei Elfriede Schön, der ersten Patientin, bei der im Kreiskrankenhaus Hameln mit der so genannten minimal invasiven Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) die Nebenniere entfernt wurde. Gleichzeitig war sie damit auch die erste Patientin im nun komplettierten Endokrinologischen Schwerpunkt in Hameln, denn nachdem bereits in den vergangenen Monaten Operationen an den Nebenschilddrüsen und Schilddrüsen durch minimal-invasive Zugänge in Hameln eingeführt worden sind, hormonbildende Tumoren in der Bauchspeicheldrüse, dem Darm und der Leber entfernt wurden, konnte nun das Spektrum dieses Zweigs der Viszeralchirurgie durch die erste minimalinvasive Entfernung ihrer Nebenniere am Kreiskrankenhaus Hameln vervollständigt werden.
Die Endokrinologie ist die Lehre der Hormone im Körper. Zahlreiche Drüsen produzieren Hormone, die ganz wesentlich für die Steuerung von Körperfunktionen zuständig sind. Für den Chirurgen spielen diese Drüsen vor allem dann eine Rolle, wenn sie zu groß geworden sind oder zu viele Hormone produzieren. Die bekannteste Drüse ist sicherlich die Schilddrüse, zu nennen sind aber auch die Nebenschilddrüsen und die Nebennieren sowie die Bauchspeicheldrüse, der Darm und die Leber, die ebenfalls an der Hormonproduktion beteiligt sind.
Die Nebennieren, die wie der Name sagt, neben der Niere liegen, bilden zahlreiche Hormone wie beispielsweise Kortison und Adrenalin. Überfunktionen dieser Drüse oder auch Tumore derselben können sehr gefährlich werden, sodass dann eine Entfernung dieser Drüse vorgenommen werden muss.
Bei Elfriede Schön war im Rahmen einer Computertomographie ein knapp sechs Zentimeter großer Tumor der rechten Nebenniere aufgefallen, von dem sie selber gar nichts spürte. Nach ausführlicher Diagnostik in der Medizinischen Klinik des Kreiskrankenhauses konnte eine hormonelle Überfunktion ausgeschlossen werden. Privatdozent Dr. Rainer Lück, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie im Kreiskrankenhaus Hameln erläutert die Operationsnotwendigkeit: „Wegen der Größe des Tumors war eine Entfernung auch ohne für Elfriede Schön spürbare Symptome dringend angezeigt, da das Risiko der Bösartigkeit mit zunehmender Größe eines Tumors ansteigt."
Die problematische Lage der eigentlich kleinen Nebenniere an der unteren Hohlvene, sowie zwischen der Leber und der Niere, machte in der Vergangenheit große Schnitte notwendig. Nun steht aber auch in Hameln für die Entfernung der Nebenniere die minimal-invasive Chirurgie zur Verfügung, ein Verfahren, dass der im vergangenen Jahr als Nachfolger von Prof. v. Bülow gewonnene Privatdozent Dr. Lück mit nach Hameln gebracht hat.
Die Operation von Elfriede Schön erfolgte im Team mit Privatdozent Dr. Rainer Lück und Dr. Andreas Hoffmann, der sich als leitender Oberarzt vor allem auf die minimal-invasive Chirurgie spezialisiert hat. Die rasche Erholungsphase der Patientin zeigt, dass die Vorteile dieser neuen Technik nicht nur kosmetischer Natur sind, sondern Narben bedingte Probleme fast vollständig vermieden werden können. Dieses spielt besonders langfristig für die Patienten eine große Rolle.
Mit Einführung der Diagnostik und Behandlung der Nebennierenerkrankungen wurden nun alle modernen Behandlungsverfahren der endokrinen Chirurgie in Hameln eingeführt. Die gute Verzahnung zwischen den verschiedenen Abteilungen im Krankenhaus sowie mit den niedergelassenen Ärzten macht es möglich, dass nun Patienten mit Erkrankungen an praktisch allen Hormon-bildenden Drüsen in Hameln umfassend behandelt werden können, da jetzt sämtliche moderne Techniken zur Behandlung von Nebennieren, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Bauchspeicheldrüse und Leber zur Verfügung stehen.
Die Operation von Elfriede Schön ist wie geplant und ohne Komplikationen verlaufen. „Ich habe mich bereits kurz nach der Operation wieder richtig wohl gefühlt und bin vor allem froh, dass der Tumor hier in Hameln, wo mich mein Mann immer besuchen konnte, auf diese schonende Weise entfernt wurde“, zieht Elfriede Schön ihr persönliches Fazit.
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